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Berufsfischerei am Rhein erneut verpachtet


Die Fischerei am Rheinstrom einschließlich angrenzender Altrheinarme zwischen dem Landkreis Germersheim im Süden und dem Landkreis Mainz-Bingen im Norden ist erneut für 12 Jahre an Berufsfischer verpachtet worden. Bei einem Treffen im Konferenzraum der „Burgund“ (Laborschiff der Wasserwirtschaftsverwaltung Rheinland-Pfalz) begrüßte Vizepräsident Ralf Neumann von der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd (SGD Süd) die Pächter der insgesamt 7 Pachtlose und dankte drei Altpächtern für ihre Verdienste um die Hege und Erhaltung des heimischen Fischbestands. 

v.l.:Herr Karl Kuhn, Herr Vizepräsident Ralf Neumann, Herr Friedrich Hofmann

Neumann hob hervor, dass die Berufsfischerei am Rhein kein aussterbender Beruf sei. „Zwar erscheinen immer wieder mal Zeitungsberichte über den angeblich letzten seiner Zunft“, so Neumann, „die heutige Zusammenkunft beweist aber, dass die Fischerei am Rhein ein Beruf mit langer Vergangenheit, aber auch mit Zukunft ist.“ Erfreulich sei, dass es immer wieder Interessenten gebe, die sich mit viel Idealismus und Einsatzbereitschaft für den Fischerberuf qualifizierten. Nachfrage und Absatzmöglichkeiten für frische Rheinfische aus der Region seien nach wie vor gegeben und könnten an der einen oder anderen Stelle im Zusammenwirken mit Gastronomie und Fremdenverkehr sogar noch ausgebaut werden.

Aus Sicht der Oberen Fischereibehörde bilden sauberes Wasser und natürliche Umwelt die Grundlage für den Erhalt heimischer Fischarten. Dank einer grenzüberschreitend konsequenten Politik des Gewässerschutzes habe sich die Rheinwasserqualität in den letzten 20 Jahren deutlich verbessert.

Alle drei Altpächter, die sich aus dem Berufsleben zurückgezogen haben, stammen aus traditionellen Fischerfamilien.

Hubert Kloth (79 Jahre) aus Rüdesheim am Rhein wurde an Bord eines Aalschokkers geboren. Er übernahm die Fischerei von Vater und Großvater und betrieb den Aalfang zwischen Bingen und Mainz bis 1970 mit eigenem Aalschokker. Nach der Erweiterung des „Binger Lochs“ stellte Kloth die Aalfischerei ein und eröffnete einen Fischzuchtbetrieb im Tiefenbachtal.

Friedrich Hofmann (68 Jahre) aus Mainz war gelernter Maurer, übernahm nach dem Tod seines Vaters dessen Fischereibetrieb und legte 1979 in Starnberg die Fischwirtprüfung ab. Hofmann betrieb vor allem die Zugnetzfischerei. Hierbei unterstützten ihn seine Frau und einige Gehilfen „mit Muskelkraft“. Eines Tages, erinnert er sich, fing er an einem Tag 100 Zentner Fische mit dem Zugnetz.

Karl Kuhn (68 Jahre) aus dem pfälzischen Fischerdorf Leimersheim übernahm ebenfalls die Fischerei vom Vater. Als Berufsfischer war er von 1954 bis zu seinem unfallbedingten Ausscheiden 2002 tätig und belieferte u.a. Gaststätten in Leimersheim und Neupotz. Noch heute lässt er es sich nicht nehmen, ab und zu an einen Altrheinarm zu fischen. Kuhn hat außerdem Freude daran, Besucher auf seinem Boot umherzufahren und ihnen die Reize der Altrheinlandschaft vorzuführen.

Gesamtkarte der Pächter (die Karte vergrößert sich durch anklicken):

Gesamtkarte der Pächter