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Aale und Hechte in Rhein entlassen

Auch in diesem Jahr haben Mitarbeiter der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Süd insgesamt 450 Kilogramm Besatzaale und 210.000 Stück vorgestreckte Hechte im pfälzischen und rheinhessischen Teil des Rheins samt seiner Nebengewässer ausgesetzt. „Fischbesatzmaßnahmen werden in unserem Zuständigkeitsbereich durchgeführt, um die sich im Rückgang befindlichen Aalbestände zu unterstützen und die eingeschränkte Fortpflanzung der Hechte durch langes Niedrigwasser im Frühjahr auszugleichen“, erklärte SGD-Vizepräsident Ralf Neumann.

Gleich geht es los: Aale bereit für die große Freiheit

Bei warmer Witterung mussten die zwischen 9 und 12 Zentimeter langen Aale so schnell wie möglich in den Rhein entlassen werden. Denn die bei einem Gewicht um die 10 Gramm echten Leichtgewichte sollten das Prozedere möglichst ohne Schock überstehen. Der europäische Aal ist ein Wanderfisch, der einen Großteil seines Lebens im Süßwasser verbringt und kurz vor seiner Geschlechtsreife vom Süßwasser ins Salzwasser wandert. Er muss zum Erreichen seiner ursprünglichen Fortpflanzungsgebiete im Sargassomeer (Golf von Mexiko) dabei vom Rhein über die Nordsee eine sehr große Distanz überwinden. Sobald die jungen Aale geschlüpft sind, wandern sie über den Golfstrom wieder in Richtung europäischer Küste und nach einer Umstellung vom Salzwasser auf Süßwasser in den Brackwasserbereichen, die großen europäischen Ströme der Nordsee flussaufwärts.

Auch beim Hechtnachwuchs war Eile geboten, denn als Raubfische hätten sich die zwischen 5 und 6 Zentimeter langen und circa 3 Gramm leichten Brütlinge sonst gegenseitig vertilgt. Ausgewachsen kann der Hecht eine Größe bis zu 1,30 Meter erreichen und zählt zu den größten einheimischen Raubfischen im Rhein. Als sogenannter Krautlaicher benötigt er zur Fortpflanzung im Frühjahr durch erhöhte Wasserstände überschwemmte Wiesen.

„Bis auf wenige Ausnahmen sind alle Fischarten, die es früher im Rhein gab und die dann jahrelang verschwunden waren, wieder vorhanden“, sagte Ralf Neumann. Den mehrere Tage dauernden Fischbesatz wolle die SGD Süd auch künftig durchführen. Durch die Besatzmaßnahmen werde eine natürliche Reproduktion der Fischpopulation unterstützt.

Untersuchungen zum Erfolg von Besatzmaßnahmen mit markierten Zandern (Sander lucioperca) in ausgewählten Altrheinarmen in Rheinhessen-Pfalz

Hintergrund der Maßnahme

Ursprünglich lag die westliche Verbreitungsgrenze des Zanders in den Einzugsgebieten von Elbe und Donau. Im Gewässersystem des Rheins wurde er ab 1880 erfolgreich eingeführt. Im rheinland-pfälzischen und hessischen Abschnitt wird er seit 1886 durch die Berufsfischer gefangen. Untersuchungen über die einheimischen Fischbestände konnten im Rheineinzugsgebiet ebenso wie die Vertreter der Berufsfischerei eine erfolgreiche natürliche Fortpflanzung feststellen. Dennoch häufen sich die Aussagen von Seite der Angel- und Berufsfischerei über einen starken Rückgang von fangreifen Zandern im Rhein und seinen Altarmen.

Ziel der Maßnahme

Im Rahmen des Projekts wurden durch die Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd, Neustadt an der Weinstraße, mehrere tausend markierte Besatzzander in den Rhein und seine Seitengewässer ausgesetzt. Auf Grundlage der Daten aus dem Wiederfang soll der Einfluss von Besatzmaßnahmen auf die Bestandsituation des Zanders untersucht werden.

Zander

Markierung

Die Besatzfische wurden vor den jeweiligen Besatzterminen mit einem Farbstoff auf Siliconbasis auf dem Ansatz des Kiemendeckels markiert. Die Markierung ist mit dem bloßen Auge gut erkennbar, da die Haut an dieser Stelle durchsichtig und verhältnismäßig dick ist.

Wichtig

Als Beispiel für die Markierung finden Sie auf dem Titelblatt / Textblatt der Broschüre ein Bild eines markierten Zanders. Der Zander ist mit gelber Farbe markiert, wobei diese innerhalb des roten Ovals als gelber Strich hinter dem Auge am Kiemendeckel zu erkennen ist.

Im aktuellen Projekt wurden die Besatzzander entweder mit gelber oder roter Farbe auf der rechten oder linken Körperseite markiert. Die jeweils markierte Körperseite wird aus Sicht des Zanders beschrieben. Das bedeutet, dass der auf der Titelseite dargestellte Zander auf der rechten Körperseite markiert wurde.

Um weiterhin erfolgreiche Fischbesatzmaßnahmen im Rhein und seinen Seitengewässern durchführen zu können, sind wir unbedingt auf vertrauenswürdige Rückmeldungen gefangener Zander durch die Freizeitangler angewiesen.

Wir bitten Sie daher, alle gefangenen Zander in die dem Erlaubnisschein beiliegende Fangmeldung einzutragen und am Jahresende bei den Erlaubnisscheinausgabestellen, den Freizeitfischereiverbänden oder bei der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd zurück zugeben.

Bitte geben Sie Ihre Fangmeldungen bis zum 15. Dezember jeden Jahres an eine der Fischereischeinausgabestellen, den Geschäftsstellen des Landesfischereiverband Rheinland-Pfalz e.V. oder des Sportfischerverbandes Pfalz e.V. zurück

oder übersenden Sie diese an:

Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd
Abteilung 3
Referat 31 – Obere Fischereibehörde –
Friedrich-Ebert-Straße 14
67433 Neustadt an der Weinstraße

oder per E-Mail an:
thomas.oswald@sgdsued.rlp.de

oder per Fax an:
+49 (6321) 99-2930

Vielen Dank für Ihre Bemühungen!
Ralf Neumann, Vizepräsident