Von Altablagerung in Wallhalben geht keine akute Gefährdung für Trinkwasser aus


Neustadt an der Weinstraße/Wallhalben - Wie die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Süd mitteilt, geht von der Altablagerung in Wallhalben keine akute Gefährdung für die sich in der Nähe befindlichen öffentlichen Trinkwassergewinnungsanlagen aus. Dies ist das Ergebnis weiterer Untersuchungen, die die SGD Süd zur näheren Bewertung der Gefährdungslage vorgenommen hat.

Die SGD Süd stützt sich bei dieser Bewertung im Wesentlichen auf folgende Fakten:

  • Die Entnahmetiefen der beiden Brunnen liegen bei 188 beziehungsweise 250 Metern. Eine hydraulische Verbindung zwischen der Altablagerung und dem Entnahmegrundwasserleiter der Trinkwasserbrunnen ist sehr unwahrscheinlich.
  • Die Brunnen sind in den Jahren 1986 bzw. 2006 gebaut worden. Sie wurden nach modernen Standards und den Regeln der Technik errichtet. Sie sind gegen oberflächennahe Einträge durch rund 50 Meter tief reichende Ringraumabdichtungen effektiv geschützt.
  • Der Abstand der Brunnen zu den Trinkwassergewinnungsanlagen beträgt 380 Meter beziehungsweise 520 Meter und ist somit relativ groß.
  • Bei der Begehung der Altablagerung wurden keine kritischen Stoffe aufgefunden. Die durch Bodenerosion teilweise frei gelegten Ablagerungen sind überwiegend Kunststoffstanzreste aus der Schuhsohlenproduktion. Sie beinhalten bezüglich des Wasserpfades kein Gefährdungspotential.

Das Trinkwasser wird regelmäßig gemäß den Vorgaben der Trinkwasserverordnung überwacht. Die SGD Süd hat die Analysenergebnisse der letzten Jahre ausgewertet und den Zweckverband Wallhalbtal-Sickingerhöhe als Betreiber der Wasserversorgung veranlasst, erweiterte zusätzliche Untersuchungen am entnommenen Grundwasser (Rohwasser) und im Trinkwasser durchzuführen. Auch diese Ergebnisse wurden von der SGD Süd ausgewertet und haben keine Beanstandungen ergeben. Die Analysen zeigen, dass das Rohwasser und das Trinkwasser einwandfrei sind. Die Analysenergebnisse können beim Wasserversorger eingesehen werden.

"Die Sorgen der Bevölkerung, insbesondere wegen der räumlichen Nähe zu öffentlichen Trinkwassergewinnungsanlagen, werden von der SGD Süd sehr ernst genommen", betont Vizepräsident Willi Tatge. "Die Altablagerung wird auch weiterhin beobachtet."

Die ehemalige gemeindliche Müllkippe, auf der auch Produktionsabfälle aus der ortsansässigen Schuhindustrie abgelagert wurden, ist im Bodenschutzkataster des Landes Rheinland-Pfalz erfasst. Die Müllkippe ist eine von landesweit cirka 15 000 Altablagerungen und datiert aus den 50iger und 60iger Jahren, als es noch kein Abfallrecht und keine technischen Standards für Deponien gab. Nähere Erkenntnisse über das Ablagerungsinventar liegen nicht vor.


Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd